Der 70.3 Bahrain stand in diesem Jahr nicht wirklich auf meiner Agenda. Ich hatte bereits aufgrund einer hartnäckigen Verletzung die Saison abgeschlossen. Doch im September konnte ich endlich wieder richtig trainieren. Alex Schilling, mit dem ich hier in Köln häufig trainiere, bereitete sich auf den Wettkampf in Bahrain vor. So kam es, dass ich mich mit ihm in der Vorbereitung auf diesen Wettkampf wider fand und beschloss dort, sofern die Knochen halten, auch zu starten. Mein Trainer Sebastian Zeller und Hauptsponsor Carsten Seibold von TTS Hamburg ermutigten mich zudem, dieses Jahr noch mit einem versöhnlichen Abschluss in die Winterpause zu gehen.
 
Da kein Trainingslager mehr möglich war bereitete ich mich “Sanders like” hauptsächlich auf der Rolle und dem Laufband auf den Wettkampf vor. Ich denke unter den Umständen war dies sogar ein Vorteil, da ich mich so noch besser auf die flache Radstrecke in Bahrain einstellen konnte. 
 
Die Anreise war relativ eng am Mittwoch vor dem Rennen. So hatte ich nur kurz Zeit mich zu akklimatisieren, aber dafür auch wenig Zeit nervös zu werden. Ich kannte die Emirate bereits aus dem Frühjahr als ich dort im Trainingslager war. Die Temperaturen waren, ganz anders als man vermuten würde, recht frisch und es regnete. Jedoch sollte es bis Samstag wieder besser werden. 
 
Die letzten zwei Tage vergingen wie im Flug. Die Spannung stieg und ich freute mich wieder mit den besten Triathleten in einem Rennen unterwegs zu sein.
 
Am Start positionierte ich mich direkt hinter Javier Gomez in der zweiten Reihe. Die Devise war “Füße halten”. Leider klappte das nicht ganz und ich verlor diese bereits kurz nach der ersten Boje. An den Füßen Schwimmen ist nicht wirklich meine Stärke. Dass sollte ich im kommenden Jahr üben! Zu meinem Erstaunen war allerdings an meinen Füßen auch niemand mehr und ich war vor der ersten Gruppe. Diese führte ich dann bis zum Schwimmausstieg an. Da ich vor dem Wettkampf alles auf das Schwimmen gesetzt hatte um nicht abgehängt zu werden, hatte ich den den PA Suit unter den Schwimmanzug gezogen. das hieß ich musste den Rennanzug nach beim Wechsel erst über die Schultern ziehen. Das gestaltete sich ohne Übung schwierig und ich verlor etwas den Anschluss auf die ersten in der Gruppe. Dies führte leider dazu, dass ich den Zug um Bozzone und Blumenfeld verpasste. Aber da ich eh nicht um den Sieg, sondern um ein solides Rennen fuhr, schaute ich auf meinen Tacho und versuchte den Motor nicht zu überdrehen. Auch hab ich hier die fehlenden Wettkampfkilometer gemerkt. So richtig Druck, wie ich ihn schon mal hatte war nicht im Tank. So kam es dann auch, dass die Jungs uns vorne richtig einen einschenkten. Aber Javier Gomez konnte ich recht schnell stellen. Das war schon ein geiles Gefühl an ihm vorbei zu fahren und auf Platz 3 in die Laufschuhe zu steigen.
 
Beim Laufen hatte ich mir vorgenommen konstant auf einen 3:40er min/km Schnitt zu laufen. Dies klappte leider nur zu Beginn und war schon bald nicht mehr zu halten. Hier fehlte mir anscheinend doch mehr Substanz und fehlende Rennhärte als gedacht. Und so war ich nur Zuschauer wie um die Platzierungen gekämpft wurde. Zum Ende wurde es noch ein respektabler 11 Platz mit einer Zeit deutlich unter 4h. 
 
Dieses Ergebnis motiviert mich ungemein weiter dran zu bleiben. Wenn meine Radstärke wieder komplett da ist und ich einen soliden Lauf schaffe ist in so einem Weltklasse Feld ein Platz unter den Top5 drin. Das hätte ich vorher so nie gedacht. 
 
Daher werde ich weiter arbeiten und schon sehr früh in 2018 ins Renngeschehen eingreifen. Mal sehen was 2018 bringt :-).